Meinung der Presse

Herma Kennel
BergersDorf


Klaus Brill, Süddeutsche Zeitung, 20. 8. 2010


Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. 8. 2010


Sudetendeutscher Pressedienst, 6. September 2010


Mariele Schulze Berndt, Augsburger Allgemeine, 19. 8. 2010


Ludmila Rakusan, Passauer Neue Presse, 18. 8. 2010



Herma Kennel, West-Ost-Journal, 4/2010

Eine vorzüglich gelungene Symbiose von Roman und Sachbuch, authentisch und zugleich spannend. Die einzelnen Fakten sind mit Quellenhinweisen belegt, wie es sich für ein wissenschaftliches Werk gehört, und dennoch ist die Handlung spannend und ergreifend.
Geschrieben ohne jede Schuldzuweisung, trägt der Tatsachenroman ganz sicher zur Aufarbeitung der deutsch-tschechischen Vergangenheit bei – zumindest bei denen, die guten Willens sind, aber leider gibt es immer noch Betonköpfe auf beiden Seiten.
Nicht nur für die dort ehemals Beheimateten, sondern für alle, die versuchen zu verstehen, was damals geschah, und wie „das“ damals geschehen konnte.

"www.buechervielfrass.de", am 2. Juni 2003

Das Buch schildert ohne Schuldzuweisungen bedrückende Fakten. Es ergreift nicht Partei für Tschechen oder Deutsche, sondern für Opfer – die deutschen, aber auch die tschechischen. Der Verdienst des Buches liegt darin daß das Leben in diesen Jahren auch für die Generationen, die diese schwere Zeit nicht selbst durchmachen mußen, dokumentiert wird. Deshalb ist es nicht nur für uns Ältere, sondern auch für die Jüngeren lesenswert.

"Mährischer Grenzbote", im April 2003

Geschichte einmal anders. Auf halbem Weg zwischen Prag und Wien, an der Grenze zwischen Böhmen und Mähren liegt die Stadt Iglau. Die sanft geschwungenen Hügel des Böhmisch-Mährischen Höhenzugs mit seinen Feldern, Wiesen und Wäldern scheiden Bäche und Flüsse: Die im Norden des Landkreises Iglau fließen in die Moldau und dann in die Elbe, der Fluß Igla trägt das Wasser Richtung Süden, wo es schließlich in die Donau mündet."
Herma Kennel führt den Leser in die Region um die Iglauer Sprachinsel und setzt den Fokus auf das Jahr 1939. Am 15. März marschiert Hitlers Wehrmacht in Iglau ein. Ein Kurier verbreitet die Nachricht im nahe gelegenen Bergersdorf, wo sie mit Begeisterung vernommen wird. Denn in dem tschechischen Dorf gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Konflikte zwischen den deutschen und den tschechischen Bewohnern. "Wir sind frei! Wir sind frei! Die Fahnen heraus!", ist aus den Häusern zu hören. Kurz darauf wird ein Attentat auf Adolf Hitler vereitelt. Es kommt zu Verhaftungen und ersten Angriffen auf jüdische Einrichtungen. Gottlob Berger, Chef des SS-Hauptamtes kommt aus Berlin zu Besuch und macht Bergersdorf zu "seinem" Dorf. Die Bewohner stellen hohe Erwartungen an die neuen Machthaber und sind überzeugt, guten Zeiten entgegenzugehen. Viele von ihnen melden sich sogar freiwillig zum Dienst an der Front.
Im Laufe des Krieges jedoch ändert sich die Situation. Euphorie schlägt in Missmut um, Freude in Leid. Mütter trauern um ihre toten Söhne und kein Bergersdorfer kann sich den herrschenden Zuständen entziehen. Bis zuletzt wird der Sieg propagiert. Doch plötzlich geht alles sehr schnell. Der Krieg ist zu Ende. Russen und Rumänen besetzen Dörfer auf der Iglauer Sprachinsel - und es kommt zur Katastrophe.
Der Roman von Herma Kennel basiert auf Tatsachen. "Ich wollte Geschichte in Form einer spannenden Geschichte erzählen", so die Autorin, die für ihre Aufzeichnungen umfangreiches Material in verschiedenen Archiven gesichtet hat. Außerdem befragte sie Zeitzeugen aus Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik. Das Resultat ist ein dokumentarischer Roman, der durch die aktuelle Diskussion um die Benesch-Dekrete eine besondere Relevanz bekommt.
Historisch und sprachlich genau beschreibt Herma Kennel die langsam fortschreitende, erschütternde Entwicklung auf der Iglauer Sprachinsel in den Jahren 1939-1945. In ihrer gelungenen Darstellung legt sie großen Wert auf die Authentizität der Ereignisse. Durch ihre scharfe Beobachtungsgabe erhält der Leser einen Eindruck der Lebensart und der Tradition der Bewohner. Die historischen Fakten werden mit Quellenhinweisen belegt, welche keinesfalls den Lesefluss stören. Der Roman bleibt spannend und ergreifend. Wahre Begebenheiten wurden mit fiktiven Szenen und Dialogen verbunden und ausgeschmückt.
So ist ein Buch entstanden, das die Geschehnisse ohne Schuldzuweisungen betrachtet und den Leser berührt, aufmerksam macht und sogar schockiert.

"www.literaturkritik.de", im August 2003

Ein leises Buch, mit zunehmender Dauer immer lauter werdend bis hin zum katastrophalen Ende. Berührend, aufklärend, intensive Gefühle schildernd – und dieses alles in einer klaren, ungekünstelten und sympathischen Sprache.
Ein wundervolles Buch für nachdenkliche Stunden – und immer dabei: Hoffnung, Lebenswille sowie „positives Denken“, auch wenn die Katastrophe nicht zu verhindern ist.

Reinhard Busse in "www.amazon.de", 27. Juli 2003

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