Franz Kafkas Welt
Dichter, Maler, Künstler aus dem alten Prag
Eine digitale Galerie

Nach Süden zu

In den Jahren 1909, 1911 und 1913 unternahm Kafka (zum Teil mit Max Brod) Reisen in die Schweiz und nach Italien. Dabei sah er sich am Gardasee um, besuchte einen Flugtag in Montichiari, streifte München, besichtigte Zürich, verbrachte einen Abend in Luzern, fuhr auf der Gotthardbahn, verweilte am Luganer See, nahm Mailand in Augenschein und erholte sich in Stresa. Viele ihrer Eindrücke haben die Freunde ihren Tagebüchern anvertraut, die genauen Abläufe hat der Kafkaforscher Hartmut Binder mit kriminalistischem Spürsinn ans Tageslicht gebracht, so daß man den Reiserouten Kafkas heute mit viel Genuß folgen kann. 

Auf dem Bahnhof vor der ersten Reise überraschte ich Franz, indem ich ihm ein kleines braungebundenes Notizbuch überreichte und für mich ein ganz ähnliches hervorzog. „Wir werden parallele Reisetagebücher führen“ erklärte ich mit Entschiedenheit. Und tatsächlich erlebte ich die Freude, daß Franz meinen Gedanken begeistert aufgriff.

Max Brod

Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg; was wir Weg nennen ist Zögern.

Franz Kafka, Aphorismen